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Letzte Aktualiserung Sonntag, 5. Februar
2012
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Die Verehrung unserer Pfarrpatronin, der hl. Brigida, hat erst ein Jahrhundert nach ihrem Tod um das Jahr 523 begonnen. Das war
eine Zeit, in der in ihrer irischen Heimat die keltische Kultur von der christlichen abgelöst wurde. Es war eine Zeit des Übergangs von der mehr magischen Vorstellungswelt der Kelten zur geistigen
Welt des Christentums. Die kulturellen und religiösen Umwälzungen im 6. Jahrhundert n. Chr. können wir uns heute nicht dramatisch genug vorstellen. Umso bedeutsamer wird dann eine Persönlichkeit wie
Brigida, die scheinbar unversöhnliche welten miteinander verbinden konnte. Viele Geschichten aus ihrem Leben wurden in Europa überliefert und immer wieder neu erzählt, so daß ihre Lebensdaten
dahinter verblassten. Deutlich sichtbar bleibt aber, daß Brigida eine Frau war, die Grenzen aushalten konnte und die in der Lage war Wertvolles “auf beiden Seiten” zu sehen. Das macht sie
zu einer zeitgemäßen Heiligen. St. Brigida wird meistens im Ordenskleid dargestellt, als Äbtissin sowohl eines Männer- als auch Frauenklosters.
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Offenbar war es ihr möglich, die Lebensweise von Männern und Frauen gleichermaßen zu begreifen. Auch die Verbindung unserer
Pfarrpatronin zu den Tieren zeigt diese Eigenart, Unterschiedliches und Gegensätzliches miteinander zu verbinden. Viele Darstellungen zeigen sie mit wilden Gänsen oder Enten, die - der Legende nach -
auf den Zuruf Brigidas hin angeflogen kamen, um in ihrer Nähe zu sein. Als Tochter eines Kleinfürsten und einer Sklavin wußte sie wohl, was es bedeutet in verschiedenen Welten zu leben und trotzdem
“heil” zu bleiben. Wer “heil” ist, kann auch “heilsam” sein: so wird Brigida als “Heilige” verehrt, als Schutzpatronin der Tiere, die früher mit dem
Menschen in enger Schicksals- gemeinschaft lebten. Darüberhinaus galt sie auch als Schützerin des menschlichen Lebens - in Irland beten heute noch schwangere Frauen und Mütter von Kleinkindern zu
ihr. Ihr Gedenktag ist der 1. Februar. “Imbloc” nannten die Kelten diesen Tag und gedachten ihrer Schutzherrin Brigid, eine Göttin der Fruchtbarkeit. Die Ähnlichkeit des Namens und der
gemeinsame Gedenktag sind Hinweis dafür, daß in der Verehrung der hl. Brigida auch vorchristliche Überlieferungen weiterleben. Uns Menschen im 21. Jahrhundert ermutigt die Heilige zur Gelassenheit:
wer dem Leben traut - und damit Gott etwas zutraut-, der überwindet die vielen Grenzen und überlebt auch Umwälzungen, die unsere moderne Welt uns aufbürdet. Gestern und Heute, Mann und Frau , Tier
und Mensch miteinander versöhnen, das ist auch unsere Aufgabe. Die Erinnerung an die hl. Brigida und ihr Beispiel können uns dabei eine gute Hilfe sein.
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